Nachruf für Angie

Angie - eine Deutsche Bunte Edelziege


Angie war eine Deutsche Bunte Edelziege und wurde etwa 12 Jahre alt.Sie kam 2005 als junge Ziege mit einem Ziegenkind von einem Milchhof in Ostfriesland auf unseren neu angelegten Schulbauernhof.

Angie war eine echte Herausforderung für die Kinder und auch für die Erwachsenen.
Wenn sie wollte, konnte sie über fast jeden Zaun springen, um zu sehen, wo die Kinder nach dem Pausenläuten geblieben waren. Dann stand sie auf dem Schulhof und guckte in die Klassen. Sie hatte die Kinder wieder gefunden!

Angie war verspielt. sie stellte sich auf die Wippe in ihrem Gehege und wippte die Kinder, was offensichtlich beiden Seiten sehr viel Vergnügen bereitete. Sie spielte aber auch mit den Schafen am Nachmittag. Einmal erzählte ein Nachbar, dass Angie das schwarze Schaf suchte, das im Erdloch stand und sich versteckte.

Angie konnte klettern, sie stieg auf den alten Kletterturm, um von oben stolz herunter zu sehen. Dass sie stolz war, sah man daran, dass sie mit einem Vorderlauf auf dem Boden scharrte, was so viel bedeutete: und nun den Applaus bitte!

Angie war sehr stark und gefräßig. Wenn man sie beim Öffnen der Pforte nicht im Blick hatte, steckte sie ihren Kopf dazwischen und schon war sie im Futterhaus, schob den Deckel vom Futterbehälter zur Seite und fraß und fraß, was hinein passte und das war eine Menge.

Angie war sehr schlau und knackte mehrere Türverriegelungen. Die erste hatte nur einen Knauf zum Anheben. Das war leicht zu öffnen. Danach kam noch zusätzlich ein Metallhebel vom Pfosten zur Tür, um sie zu sichern. Nicht lange, da hatte sie bemerkt, wenn dieser Hebel nach oben steht, kann ich wieder raus. Bald konnte sie auch selbst den Hebel hoch heben, danach den Knauf und schon war sie wieder draußen. Das Futter auf der anderen Seite des Zaunes schmeckte eben immer besser.

Angie war sehr lieb. Gestreichelt zu werden gefiel ihr mindestens genauso gut wie auszubüxen. Sie stand dann ganz geduldig da und man konnte ihr anmerken, wie sehr sie die Streicheleinheiten genossen hat.

Im letzten Herbst ging es Angie leider nicht mehr so gut und die Tierärztin Frau Schmidt sollte helfen. Nach einer kurzen Untersuchung stellte sie einen Gebärmuttertumor fest. Um ganz sicher zu gehen, empfahl sie eine Untersuchung in der Medizinischen Tierklinik in Hannover. Dort wurde Angie geröntgt und die Diagnose bestätigte sich leider. Die Krankheit war zu diesem Zeitpunkt schon sehr weit fortgeschritten und nicht mehr zu heilen. Um der Ziege weiteres Leiden zu ersparen, empfahlen die dortigen Ärzte, sie einschläfern zu lassen.

Wir alle hoffen, dass Angie gut im Ziegenhimmel angekommen ist und sind dankbar, dass wir all diese schönen Erfahrungen mit ihr machen durften.